Kostenloser Versand überallhin · PDF sofort verfügbar · 90 Tage Geld-zurück-Garantie
Art de La Rénovation

Citroën DS Restaurierung: Der technische Leitfaden für ernsthafte Enthusiasten

Citroën DS Restaurierung: technische Anleitung für ernsthafte Enthusiasten – Hydraulik, Karosserie, Motor und mehr.

Vollständiges RestaurierungshandbuchAlle Schritte, die technischen Werte und die Profi-Tipps.
Zum Handbuch

Die Citroën DS – zwischen 1955 und 1975 gebaut – gilt bis heute als eines der komplexesten und gleichzeitig faszinierendsten Fahrzeuge der Automobilgeschichte. Ihre hydropneumatische Federung, das selbstzentrierende Lenkrad, die Schwenkscheinwerfer und die monocoque Karosseriestruktur machen die Citroën DS Restaurierung zu einem anspruchsvollen Projekt, das technisches Verständnis, Geduld und die richtigen Quellen erfordert. Wer jedoch methodisch vorgeht, wird mit einem Fahrzeug belohnt, das in jeder Hinsicht außergewöhnlich ist. Dieser Artikel führt Sie Schritt für Schritt durch die wichtigsten Restaurierungsbereiche – von der Erstinspektion bis zur Inbetriebnahme.

1. Erstbewertung und Zustandsanalyse der Citroën DS

Bevor ein einziger Schraubenschlüssel angesetzt wird, ist eine systematische Zustandsanalyse unerlässlich. Die DS hat spezifische Schwachstellen, die bei einer oberflächlichen Besichtigung leicht übersehen werden.

Karosseriestruktur und Rostverteilung

Die DS besitzt eine selbsttragende Karosserie mit einem Stahlrahmen, an dem Karosserieaussenpanele aus verschiedenen Materialien befestigt sind. Die vorderen Kotflügel und das Dach bestehen bei vielen Modellen aus Aluminium oder Fiberglas – diese Bereiche rosten nicht, können aber durch Korrosion an den Befestigungspunkten zum Stahlrahmen hin beschädigt werden. Der Stahlrahmen selbst ist in folgenden Bereichen besonders korrosionsgefährdet:

  • Längsträger unter dem Fahrzeug (besonders vor und hinter den Achsen)
  • Schwellerbereiche und Bodenbleche
  • A-Säulen und Türausschnitte
  • Hinterer Radkasten (Innenkante)

Messen Sie die Blechstärke mit einem Ultraschallmessgerät. Originalbleche der DS haben eine Stärke von ca. 0,8–1,0 mm im Außenbereich. Werte unter 0,5 mm deuten auf fortgeschrittene Korrosion hin und erfordern Blechersatz.

Hydrauliksystem – der erste und wichtigste Blick

Das LHM-Hydrauliksystem (Liquide Hydraulique Minéral) der DS ist das Herzstück des Fahrzeugs. Prüfen Sie bei der Erstinspektion:

  • Flüssigkeitsstand im Reservoir (Sollwert: zwischen MIN und MAX-Markierung)
  • Farbe der LHM-Flüssigkeit: frisch ist sie grün-transparent. Bräunliche oder trübe Flüssigkeit deutet auf Metallabrieb hin
  • Sichtbare Undichtigkeiten an Leitungen, Zylindern und Kugelelementen
  • Druck bei laufendem Motor: der Systemdruck sollte 140–160 bar erreichen

2. Hydrauliksystem der DS restaurieren

Kein Bereich der Citroën DS Restaurierung ist wichtiger – und gleichzeitig so missverstanden – wie das hydropneumatische System. Es versorgt Federung, Bremsen, Lenkung und Gangschaltung (bei DS mit Halbautomatik) mit Hochdruckflüssigkeit.

Hochdruckpumpe (Tandempumpe)

Die Hochdruckpumpe wird direkt vom Motor angetrieben und erzeugt den Systemdruck. Häufige Fehler bei der Restaurierung:

  • Falsche Flüssigkeit verwenden: Niemals Bremsflüssigkeit (DOT) oder Mineralöl für Getriebe verwenden. Ausschließlich LHM (grün) – LHS2 (rot) ist für ältere DS vor 1966 vorgesehen.
  • Dichtungen nicht erneuern: Bei der Restaurierung müssen alle Gummidichtungen ausgetauscht werden, da diese mit der Zeit verhärten und undicht werden.
  • Pumpe ohne Drucktest montieren: Testen Sie die Pumpe vor dem Einbau auf einem Prüfstand.

Der Leitungsdruck wird durch den Druckregler (sphère de mise en pression) geregelt. Dieser enthält eine Stickstoff-gefüllte Membransphäre. Der Vorfülldruck der Hauptsphäre beträgt ca. 57 bar (kalt, bei 20°C gemessen).

Federsphären prüfen und ersetzen

Jedes Rad der DS verfügt über eine Federsphäre (sphère de suspension), die mit Stickstoff vorgefüllt ist. Der Vorfülldruck:

  • Vorderachse: ca. 65 bar
  • Hinterachse: ca. 57 bar

Defekte Sphären erkennen Sie am „harten" Fahrverhalten oder wenn das Fahrzeug auf einer Seite einsackt. Sphären können bei Spezialisten neu befüllt werden – ein kompletter Satz neuer Sphären kostet zwischen 300 und 600 Euro, abhängig vom Hersteller.

Bremssystem der DS

Die DS verfügt über ein hydraulisch betätigtes Vierradbremssystem ohne konventionelles Bremspedal. Der sogenannte „Champignon" (Pilzförmiger Druckknopf) ist ein Druckventil, kein mechanisches Pedal. Typische Probleme:

  • Verschlissene Dosierschieber im Bremsventil (Reparatursätze erhältlich)
  • Korrodierte Bremssättel an der Vorderachse (Einkolben-Scheibenbremse, Scheibendurchmesser: 280 mm)
  • Defekte Bremsleitungen aus Kupfer-Nickel (Außendurchmesser 6 mm)

Tipp für Ihre Restaurierung: Ein detailliertes Werkstatthandbuch ist bei der DS-Restaurierung unverzichtbar. Alle Druckwerte, Anzugsmomente und Einstellspezifikationen finden Sie im offiziellen Reparaturhandbuch. → Jetzt das Citroën DS Werkstatthandbuch ansehen

3. Motor und Antriebsstrang der Citroën DS

Die DS wurde mit verschiedenen Vierzylinder-Reihenmotoren ausgeliefert. Die häufigsten in Europa sind:

  • 1911 cm³ (ab 1955, ca. 75 PS)
  • 1985 cm³ (DS 20, ca. 103 PS)
  • 2175 cm³ (DS 23, Einspritzer bis 141 PS)

Motorrevision – worauf zu achten ist

Die DS-Motoren sind robust, aber nach 50+ Jahren sind bestimmte Revisionsmaßnahmen obligatorisch:

  • Kurbelwellenlager: Messung des Lagerspiels mit Plastigage. Sollwert Hauptlager: 0,03–0,07 mm; Pleuellager: 0,02–0,05 mm.
  • Zylinderlaufbuchsen: Ovalisierung messen – Grenzwert max. 0,05 mm. Buchsen können auf 1. oder 2. Übermaß aufgebohrt werden.
  • Ventilsitze: Bei der Umrüstung auf bleifreies Benzin müssen gehärtete Ventilsitzringe eingebaut werden.
  • Kopfdichtung: Immer erneuern. Stärke je nach Kolbenübertand wählen (1,4 / 1,6 / 1,8 mm).

Getriebe und Kupplung

Die DS war mit drei Getriebeoptionen erhältlich: manuellem 4-Gang-Getriebe, halbautomatischem Getriebe (Citromatic) und – selten – automatischem Getriebe. Das Citromatic-Getriebe ist hydraulisch gesteuert und erfordert besondere Aufmerksamkeit:

  • Die elektromagnetische Kupplung muss bei Berührung des Schalthebels präzise reagieren
  • Kontrollsensor am Schalthebel auf Widerstand prüfen (Sollwert: ca. 20–30 Ohm)
  • Hydraulischer Kupplungszylinder auf Undichtigkeiten kontrollieren

4. Karosserie und Lackierung

Blecharbeiten und Schwellersanierung

Bei der DS ist das Schweißen an tragenden Strukturen besonders heikel, da viele Verstärkungsbleche schwer zugänglich sind. Grundregel: Immer abschnittsweise vorgehen, nie mehr als 20 cm Blech gleichzeitig ausschneiden, um Verzug zu vermeiden. Wichtige Materialstärken:

  • Außenbleche: 0,8 mm kaltgewalzter Stahl (DC01/DC04)
  • Verstärkungsbleche Längsträger: 1,5–2,0 mm
  • Schweißnahtabstand: max. 50 mm Heftnähte, dann abwechselnd füllen

Karosseriepanele aus Aluminium und Fiberglas

Dach, vordere Kotflügel und die Motorhaube der DS bestehen je nach Baujahr und Modell aus Aluminium oder glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK). Diese Materialien dürfen keinesfalls mit Stahl-Schweißelektroden bearbeitet werden. Aluminiumpanele werden kalt gerichtet oder – bei starken Schäden – ersetzt. GFK-Reparaturen erfordern Epoxidlaminat (Schichtdicke min. 3 mm) und sorgfältiges Schleifen (Körnung 80 → 150 → 240 → 400).

Grundierung und Lackaufbau

Der klassische Lackaufbau für eine DS-Restaurierung:

  1. Phosphatierende Grundierung (Wash Primer, ca. 10–15 µm)
  2. Epoxy-Grundierung (2K, 60–80 µm)
  3. Füller (2K-Polyester oder Acryl, 100–150 µm)
  4. Basislack oder Einschichtlack (50–70 µm)
  5. Klarlack (2K, 50–60 µm) bei Metallic-Farben

Originale DS-Farbtöne sind im Citroën-Farbcode-System dokumentiert. Typische Töne: Blanc Meije (weiß), Gris Acier (silbergrau), Bleu Reine (blau). Originale Farbcodes finden sich auf dem Typenschild im Motorraum.

5. Innenraum und elektrische Anlage

Armaturenbrett und Lenkrad

Das markante einspeichige Lenkrad der DS (Durchmesser: 380 mm) ist ein Designmerkmal, das unbedingt erhalten werden sollte. Der Kunststoffkranz reißt mit der Zeit ein – er kann mit speziellem Polyurethan-Gießharz restauriert werden. Das Armaturenbrett aus hartgepresstem Kunststoff (frühe DS) oder später Nussbaum-Furnier (DS Pallas) erfordert unterschiedliche Restaurierungsansätze:

  • Kunststoff-Armaturenbretter: Haarrisse mit Spezialprimer füllen, dann spritzen
  • Holzfurnier: Abschleifen (Körnung 180), neu furnieren oder mit Schellack lackieren

Elektrische Anlage – 12-Volt-System

Frühe DS (1955–1967) wurden mit einem 6-Volt-System ausgeliefert, später auf 12 Volt umgestellt. Bei einer Restaurierung empfiehlt sich der Wechsel auf 12 Volt, sofern noch nicht erfolgt. Wichtige elektrische Komponenten:

  • Lichtmaschine: Original 33 A, Upgrade auf 55 A möglich für moderne Verbraucher
  • Kabelquerschnitte: Hauptversorgung min. 6 mm², Lichtkreise min. 1,5 mm²
  • Sicherungskasten: Originalstecksicherungen durch moderne Flachsicherungen ersetzen
  • Schwenkscheinwerfer-Mechanismus: elektromechanisch, Widerstandsmessung der Stellmotoren (Sollwert: 8–12 Ohm)

6. Häufige Fehler bei der Citroën DS Restaurierung und wie man sie vermeidet

Fehler 1: Das Hydrauliksystem unterschätzen

Viele Restauratoren behandeln das Hydrauliksystem als Nebensache und konzentrieren sich zunächst auf Karosserie und Motor. Das ist ein fundamentaler Fehler. Das Hydrauliksystem beeinflusst Fahrsicherheit, Bremsleistung und Komfort direkt. Es sollte immer als erstes vollständig überprüft und restauriert werden.

Fehler 2: Falsche Flüssigkeiten verwenden

LHS2 (rote Flüssigkeit, mineralölbasiert) und LHM (grüne Flüssigkeit, synthetisch mineralisch) sind nicht kompatibel. Das Mischen zerstört alle Gummidichtungen im System innerhalb kurzer Zeit. Bestimmen Sie vor der Restaurierung, welches System Ihr Fahrzeug hat, und spülen Sie das System vollständig durch.

Fehler 3: Fehlende Dokumentation

Ohne technische Dokumentation mit genauen Anzugsmomenten, Einstellwerten und Reparaturabfolgen riskieren Sie kostspielige Fehler. Beispiele kritischer Anzugsmomente:

  • Zylinderkopfschrauben: 6,5 kgm (in vorgeschriebener Reihenfolge, kalt anziehen)
  • Pleuelschrauben: 4,5 kgm
  • Bremsscheibenträger (Vorderachse): 10 kgm
  • Lenkgehäuse-Befestigungsschrauben: 6 kgm

Fehler 4: Originalteile gedankenlos ersetzen

Die DS hat eine starke Sammlergemeinschaft und entsprechende Teileverfügbarkeit. Bevor Sie ein originales Bauteil entsorgen, prüfen Sie immer, ob es restauriert werden kann. Originale DS-Teile erhöhen den Fahrzeugwert erheblich.

Fazit: Systematisch zum Traumwagen

Die Citroën DS Restaurierung ist kein Projekt für Ungeduldige – aber eines für alle, die ein einzigartiges technisches Erbe lebendig halten möchten. Die hydropneumatische Technik, die aerodynamische Karosserie und die innovativen Sicherheitslösungen machen die DS zu einem Fahrzeug, das auch heute noch Maßstäbe setzt. Mit dem richtigen methodischen Ansatz, hochwertigen Ersatzteilen und präziser technischer Dokumentation ist eine vollständige Restaurierung absolut machbar – und das Ergebnis rechtfertigt jeden Aufwand.

Das wichtigste Werkzeug bei jeder DS-Restaurierung ist ein vollständiges, präzises Werkstatthandbuch, das alle Spezifikationen, Schaltpläne und Reparaturanleitungen abdeckt.

Ihr nächster Schritt: Starten Sie Ihre Restaurierung mit dem richtigen technischen Fundament. → Das Citroën DS Werkstatthandbuch jetzt ansehen – unverzichtbar für jeden ernsthaften DS-Restaurator.

Möchten Sie mehr erfahren?

Unsere Handbücher decken jeden Schritt ab, mit präzisen technischen Werten, Fotos und Expertenrat.

Unsere Handbücher entdecken